Hundehalterin will Klage gegen Veterinäramt einreichen

Mittelsömmern, den 14.11.2017

Junge Frau aus Mittelsömmern wehrt sich gegen Vorwürfe und schildert den Vorfall aus ihrer Sicht

 

 

Von Sabine Spitzer

Mittelsömmern. In Mittelsömmern wollte Anne Otte Hunde züchten und sich damit einen Traum erfüllen. Nun will die 26-Jährige den Ort so schnell wie möglich verlassen und neu anfangen.

Vor zwei Jahren ist Anne Otte mit ihrem Partner nach Mittelsömmern gezogen. Der Hof gehört ihren Eltern, sie hatten sieben Jahre dort gelebt, bevor sie sich ein neues Zuhause suchten. "Ich liebe Tiere", sagt Anne Otte. Der Hof ist ideal für Cora, mit der sie eine Zucht beginnen will. Doch die Langhaarschäferhündin ist viel mehr als ein Tier. "Sie ist ein Familienmitglied", erklärt die 26-Jährige. Ihre vier Kinder hängen sehr an dem Tier, besonders der älteste Sohn.

Wenig später kaufte Anne Otte noch Flash, einen Langhaarschäferhundrüden. Sie wird Mitglied im Mitteldeutschen Hundezucht-Verband, der seinen Sitz in Leipzig hat, und bekommt eine Zuchterlaubnis. Beginnen wollte die junge Frau mit der Zucht, wenn Flash zwei Jahre alt ist - am 23. November.

Doch die Freude währt nicht lange. "Ich habe gemerkt, dass man im Dorf etwas gegen mich hat", sagt Anne Otte. Das führt sie auf ihre direkte Art zurück. "Ich sage, was ich denke und rede nicht hinter dem Rücken", berichtet die gelernte Kinderpflegerin und Versicherungskauffrau.

Dann rückt plötzlich das Veterinäramt an. Wie Anne Otte berichtet, haben ihr die Mitarbeiter gesagt, dass jemand aus dem Dorf die Behörde eingeschaltet habe. Es gibt mehrfach Kontrollen auf dem Hof, auf dem inzwischen ein weiterer Hund, Zwergziegen, Enten, Gänse und Hühner leben. Der 2. November ist, wie Anne Otte sagt, "der schlimmste Tag in ihrem Leben". Denn die Behörde nimmt die Tiere mit, auch Cora und Flash. Der Vorwurf: Die Tiere sind nicht ausreichend versorgt (unsere Zeitung am 7. November).

"Das stimmt nicht", widerspricht Anne Otte. "Die Tiere waren nicht abgemagert, ich bin doch kein Tier-Messi." Sie habe den Veterinäramtsmitarbeitern sogar das Tierfutter gezeigt und die dazugehörigen Kassenzettel. Trotz einer gebrochenen Hand habe sie immer die Tiere gefüttert. "Das wollten die Mitarbeiter gar nicht hören", sagt sie. "Ich hatte das Gefühl, die suchen nur nach einem Vorwand." Denn bemängelt wurde ihren Angaben zufolge unter anderem das herumliegende Laub.

Der Vorfall trifft Anne Otte schwer. Sie lebt derzeit in Trennung. Die Ziegen und das Federvieh gehören ihrem Mann, der momentan im Krankenhaus ist. Das Veterinäramt hat ihm inzwischen ein Tierhaltungsverbot erteilt.

Anne Otte will den Vorwurf der Behörde nicht auf sich sitzen lassen. Denn sie sei nun in Verruf geraten. Freude haben sich von ihr abgewandt. Sie will alles in Bewegung setzen, um Cora und Flash zurückzubekommen. Am Freitag hat sie einen Termin beim Anwalt. Der Hundezucht-Verband habe ihr geraten, Klage einzureichen und gesagt, dass die Chancen gut stehen, dass sie ihre Hunde zurückbekommt.

Das Veterinäramt hat am Montag Nachfragen unserer Zeitung dazu nicht beantwortet.

 

Quelle: TA/ 14.11.2017

 
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