Altersgerechtes Wohnen für Kirchheilingen

Kirchheilingen, den 29.01.2018

Von Franziska Gräfenhan

 

"Wir wollen unsere Räume mit neuen Ideen besiedeln", sagt Frank Baumgarten. Der Landwirt ist Vorsitzender der Bürgerstiftung "Landleben", die es sich seit 2010 zum Ziel gemacht hat, der Landflucht eigene Lösungen entgegenzusetzen. Der Aktionsradius der Stiftung bezieht sich auf Kirchheilingen sowie Blankenburg, Tottleben, Sundhausen, Klettstedt, Bruchstedt und Urleben.

Die unabhängige und gemeinnützige Stiftung "Landleben" verfolgt breite Anliegen von Bürgern für Bürger. Innerhalb der Region setzt sie sich für das Gemeinwesen ein und unterstützt gesellschaftliches Engagement. Es gibt drei wesentliche Ziele: "Wir wollen altersgerechtes Wohnen garantieren, das Freibad als Ort der Naherholung erhalten und dauerhaft soziale Daseinsvorsorge vor Ort gewährleisten", sagt Baumgarten.

Den ersten Punkt auf der Liste hat die Stiftung bereits in Angriff genommen. Um älteren Menschen barrierefreies Wohnen zu ermöglichen und gleichzeitig junge Leute im Ort zu halten, regte die Stiftung zum Häusertausch an, bei der junge Familie die Häuser der älteren Bürger beziehen und diese im Gegenzug in altersgerechte Wohnungen umsiedeln können. Die Gemeinde brachte dafür alte Immobilien und Grundstücke in die Stiftung ein, die nun auf ewig in deren Hand verbleiben. 2010 wurde die Idee des Häusertausches mit dem Innovationspreis Thüringen ausgezeichnet - auch wenn es bisher nur zu einem Tausch kam. Trotzdem sind nahezu alle Immobilien der Stiftung belegt. "Wir haben mit dem Konzept auch Menschen erreicht, die wir nicht auf dem Schirm hatten", sagt Baumgarten und meint ältere Leute, die ihren Kindern hinterherziehen. Nun wolle man noch eine Datenbank anlegen und einen Baulotsen einstellen, der die Anfragen nach Wohnraum koordinieren soll.

Doch damit nicht genug. Die Stiftung unterstützt auch Vereine und Einrichtungen finanziell und hat zudem an der Wiedereröffnung der Gesamtschule 2014 mitgewirkt.

Das neueste Projekt heißt "Landengel" und zielt darauf ab, ein alternatives Gesundheits-, Pflege- und Versorgungsnetzwerk aufzubauen. Die Vision: In Kirchheilingen soll eine Zentrum für Gesundheit entstehen. Vor Ort sollen medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen zur Verfügung stehen. Dazu werde nicht nur auf Tele-Medizin gesetzt, sondern in den kleineren Orten "Gesundheitskioske" eingerichtet, bei denen zeitweise Fachkräfte bereitstehen. Seit Oktober 2016 arbeitet Projektleiter Christopher Köhler daran, die Idee in die Tat umzusetzen und Förderungen zu akquirieren. Bisher gibt es 16 regionale Unternehmen, die das Vorhaben unterstützen. Im Mai soll nun die Umsetzung beginnen.

 

Quelle: TA/ 25.01.18

 
 
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