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Schwefelwasser

Quellfassung und Pavillon

Stadt Bad Tennstedt

 



Schwefelwasser

 

Die kleine Kurstadt Bad Tennstedt liegt im süd-östlichen Talkessel des "Schlotheimer Grabenbruchs". Die hauptsächlichen Gesteinsformationen sind Kalkstein aus der Erdzeitalter des Trias, Epoche des  Muschelkalk.
Darüber gelagert sind jüngere Formationen des Jura. Diese Schichten enthalten nicht unbedeutende Anteile von Kohle sowie Letteschichten. Im 19. Jahrhundert hat man Probegrabungen nach Kohle gemacht. Die Funde waren aber nicht mächtig genug, und die Kohle war sehr schwefelhaltig, sodass ein Abbau nicht lohnenswert war. Weiterhin sind große Teile des Untergrundes der Stadt (besonders im Bereich des Kurparkes) aus einer breiigen, moorigen Masse aus Wasser, organischen Teilen und Erde, angeschwemmt durch Bodenerosion.  Beim Bau der Rehaklinik hat man nach Bodenuntersuchungen festgestellt, dass das Gebäude nur auf einer großen Anzahl von Stahlbetonhülsen festen Stand bekommt.
Die geologischen Umstände ergeben, die Schwefelanteile der Kohle und anderer Verbindungen (z. B. Pyrit) werden durch die organischen Verbindungen in den moorähnlichen Schichten herausgelöst und finden sich als Schwefelwasserstoffe (H2S)  im Wasser wieder. Und genau das ist unser Schwefelwasser. Man erkennt es sofort an dem eigenartigen Geruch nach faulen Eiern. Die größte Quellfassung ist natürlich im Kurpark und versorgt die Klinik, eine Physiotherapie und die Kneippanlage mit dem begehrten Heilwasser.
Aber auch im Stadtgebiet gibt es viele kleine Brunnen, welche Schwefelwasser fördern. Das Wasser kann bedenkenlos zum Gießen verwandt werden, aber nicht als übliches Trinkwasser. Es ist stark korrosionsfördernd, riecht unangenehm und wird sogar als Tränkwasser vom Vieh verschmäht. Jedoch ist es unumstritten ein begehrtes Heilmittel und eine Gabe der Natur, welches unserer Stadt über 200 Jahre ein nicht unbedeutendes Einkommen gebracht hat.

 

Goethebrunnen Bad Tennstedt

 

Laborunion Prof. Höll & Co GmbH
08645 Bad Elster
Tel.: 037437 - 5550

 

Was ist Heilwasser ?? -- Begriffsbestimmungen --
"... natürliches Mineralwasser, das auf Grund seiner Zusammensetzung oder der physikalischen
Eigenschaften in der medizinischen Therapie eingesetzt wird; nachweisbare therapeutische Wirkung!
Natürliche ortsgebundene Heilwässer werden aus .... Heilquellen gewonnen, die natürlich zutage treten oder künstlich erschlossen sind, siehe: "Qualitätsstandards für die Prädikatisierung von Kurorten, Erholungsorten und Heilbrunnen. Deutscher Heilbäderverband - 12. Auflage - April 2005"

 

Anwendungsfälle: Trinken, Inhalieren, Baden (Einzelwannenbäder)
Bedingungen: staatliche Anerkennung; Herstellungserlaubnis, QM- System; Überwachung

 

Chemische und biologische Voraussetzungen für ein Heilwasser
- Heilwässer müssen hygienisch und mikrobiologisch einwandfrei sein.
- Mindestgehalt gelöster Mineralstoffe: 1g / Liter (= 1000 mg I. Liter)
- Mindestgehalte von chemischen Stoffen in Heilwässern, die bei wenigstens
einem arzneilich wirksamen Bestandteil vorhanden sein müssen:
 Nr.
 Parameter
 Einheit
Mindestgehalt 
 Bemerkung
1
Eisen - haltige Wässer
mg / l
20
als Eisen - (ll)
2
Fluorid-· haltige
mg / l
1,0
 
3
Kohlensäure - haltige.
mg / l
1000
zum Trinken
 
Kohlensäure - haltige.
mg / l
500
für Badezwecke
4
Iod - haltige
mg / l
1,0
als Iodid
5
Schwefel - haltige
mg / l
1,0
als Sulfid-Schwefel
6
Radon - haltige
 
Bq / l
666
als Radon-Gas
         

  


 

 

Bezeichnung "Sole"                         mind.: Natrium =5,5 g/ l und Chlor = 8,5 g / l (>1 ,4%-ig)
Bezeichnung "Thermalwasser"      Temperatur mind. 20°C (am Austrittsort)
 
Allgemein;        
- es gibt über 350 Heilbäder in Deutschland
- davon ca. 140 Mineral- und Moorheilbäder; über 35 Schwefelbäder
- Anwendung und Prüfung der Heilwässer unterliegt dem Arzneimittelgesetz
- nach §2 (1) des Arzneimittelgesetzes sind Heilwässer Arzneimittel
 
Heilwasser - Goethebrunnen Bad Tennstedt
 
Allgemein:
- staatlich anerkannter Heilwasserbrunnen
- Schürfbrunnen mit gemauerter Fassung
- erster Ausbau im Jahr 1811/12; umfassende Rekonstruktion 2003
- Fördermenge täglich ca. 2 m³
- betreuendes Labor: Laborunion Prof. Höll & Co GmbH - Bad Elster:
Ständige Überwachung; monatliche Probenahmen; turnusmäßige Jahres- und "Große Heilwasseranalysen"; Einhaltung von Qualitätsstandards
 
Gelöste Mineralstoffe:   ca. 1,6 g / l 
Im Goethebrunnen an der Gesamtkonzentration als dominierende Ionen beteiligt:
Sulfid- Schwefel (S)
 ca. 30 mg I I
(balneologisch wertvoller Bestandteil) 
Calcium (Ca)
 ca. 340 mg I I
 ca. 70%· Anteil der Kationen
 
Magnesium (Mg)
 ca. 70 mg I I
 ca. 25 % Anteil der Kationen
 
Sulfat (SO4²-)
 ca. 650 mg I I
 ca. 55% Anteil der Anionen
 
Hydrogencarbonat (HC03-)
 ca. 550 mg I I
 ca. 35 % Anteil der Anionen
 
 
 
Charakteristik des Heilwassers - Goethebrunnen Bad Tennstedt

 

"schwefelhaltiges Calcium - Magnesium - Sulfat - Hydrogencarbonat - Wasser"

 

Anwendungen - nach einem .balneologischen Gutachten" des Heilwassers:

 

Badekuren

 

Balneologisch wertvoll für Badekuren
Schwefel
(Aufnahme über die Haut)
Schwefelbad: "Reiz - Reaktionstherapie"; sehr stark reizende Bäder !!
seit Jahrhunderten in verschiedenen Bereichen der Medizin und Balneotherapie eingesetzt
Wirkung u.a.:vor allem durchblutungssteigernd; Erweiterung der Blutgefäße; Muskel-
entspannung; Hemmung von Gelenkentzündungen; hilft, Gelenkknorpel wieder aufzubauen

 

Medizinische Indikationen für Badekuren (in Form medizinischer Wannenbäder)
- Erkrankungen des seborrhoischen Formenkreises (Überproduktion von Hautfetten
durch die Talgdrüsen)
- Harnsäuregicht
- Bluthochdruck
- periph. Kreislaufstörungen
- Neurodermitis
- Ekzeme
- Entzündliche und degenerative Gelenkerkrankungen

 

Gegenindikationen: Fieber; Bronchialasthma; Arteriosklerose; Tumorerkrankungen

 

Trinkkuren

 

" ... über längere Zeit hin ... wiederholte Zufuhr definierter Mengen eines Heilwassers, dessen Auswahl, Dosierung und Applikationsweise ärztlich verordnet werden ...", nur sinnvoll für einen längeren Zeitraum (ca. 4 Wochen)
Dosierung üblich: in 3 Portionen vor den Hauptmahlzeiten; Trinkmenge ca. 2,5 Liter /Tag

 

Balneologisch wertvoll für Trinkkuren

Schwefel, Sulfat, Hydrogencarbonat, Calcium

 

Schwefel: lebenswichtiges Spurenelement; vorh. in Eiweißen (auch Nägel, Haare, Haut...)
Bei bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen unterstützende Behandlung der chronischen
Polyarthritis; unterstützend bei Arthrose; wirksam bei chronischen Intoxikationen durch
Schwermetalle; antidiabetische Effekte; Cholesterin-senkende Effekte
Sulfat: u.a. Förderung der Magensekretion; Beeinflussung des Stoffwechsels (beeinflusst
natürl. Verdauungsregelung des Körpers; Steigerung der Insulinwirkung, Vergrößerung der
Kohlenhydrattoleranz, Beitrag zur Reduzierung des Leberfettgehaltes)
Hydrogencarbonat: wirksam bei Übersäuerung; Verminderung des Harnsteinrisikos
Calcium: verschiedene positive Wirkungen (entzündungshemmend für Schleimhaut und
Verdauungstrakt; essentiell notwendig für Knochen, Zähne, Muskeln usw.)
Magnesium: lebenswichtiges Spurenelement; beugt Mg- Mangelerscheinungen vor

 

Medizinische Indikationen für eine Trinkkur- Anwendung (Goethebrunnen)
- alimentäre Calcium - Mangelzustände
- zur unterstützenden Behandlung der Osteoporose
- zur unterstützenden Behandlung allergischer Erkrankungen
- chronische Harnwegsinfekte
- Funktionelle Magen-, Gallen-, Bauchspeicheldrüsen- u. Darmstörungen ("Darmträgheit")
- zur unterstützenden Behandlung von Harnwegsinfekten
- zur Gewichtsregulation

 

Gegenindikationen: insuffiziente Nierenfunktion; insuffizientes Herz - Kreislaufsystem;
akute 'und organische Störungen im Verdauungstrakt

 

Eine Trinkkur sollte immer in Verbindung mit einer Badekur angewendet werden