Stellungnahme der Gemeinde Bruchstedt und der Verwaltungsgemeinschaft Bad Tennstedt zum Übergang des Förderzentrums „Am Fernebach“ in die staatliche Schulträgerschaft
Mit großem Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass die Gespräche über einen Trägerwechsel des Förderzentrums „Am Fernebach“ von der THEPRA zur AWO letztlich ohne Erfolg geblieben sind. Dieses Ergebnis ist für die Schülerinnen und Schüler, ihre Familien, das Kollegium sowie die gesamte Region enttäuschend. Damit konnte die Möglichkeit, bewährte Strukturen zu erhalten und den Schulstandort in seiner bisherigen Form weiterzuführen, nicht umgesetzt werden.
Mit dem Scheitern der Verhandlungen wird das Förderzentrum zum 1. August 2026 in die staatliche Schulträgerschaft überführt. Der Freistaat Thüringen übernimmt künftig die Verantwortung für den pädagogischen Bereich. Der Unstrut-Hainich-Kreis ist als Schulträger für das Schulgebäude, dessen Unterhaltung und Bewirtschaftung sowie für die technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig.
Mit Sorge betrachten wir den bevorstehenden Übergang. Nach den uns vorliegenden Informationen gestaltet sich die Gewinnung des erforderlichen pädagogischen Personals derzeit schwierig. Da die bisherigen Beschäftigungsverhältnisse bei der THEPRA beendet wurden, ist eine vollständige personelle Absicherung des Schulbetriebes durch den Freistaat Thüringen erforderlich.
Angesichts des engen Zeitrahmens verbleiben nur noch wenige Wochen, um alle organisatorischen, personellen und administrativen Voraussetzungen für einen geordneten Start des neuen Schuljahres zu schaffen. Wir hoffen und erwarten, dass alle verantwortlichen Stellen die notwendigen Schritte mit höchster Priorität vorantreiben, damit der Unterrichtsbetrieb zum Schuljahresbeginn 2026/2027 ohne vermeidbare Einschränkungen aufgenommen werden kann.
Mit dem Beschluss des Kreistages des Unstrut-Hainich-Kreises vom 29. Juni 2026 wird das Förderzentrum „Am Fernebach“ künftig als Schulteil des Staatlichen Regionalen Förderzentrums „An der Salza“ in Bad Langensalza geführt. Damit endet die bisherige Eigenständigkeit des Schulstandortes Bruchstedt. Der „neue“ Schulteil, soll nach dem Willen des Kreistages nur so lange betrieben werden, bis das Förderzentrum in Bad Langensalza die rechtlichen und räumlichen Voraussetzungen erfüllt hat. Das bedeutet mittelfristig das Aus für das Förderzentrum in Bruchstedt.
Diese Entwicklung erfüllt uns mit Sorge. Das Förderzentrum „Am Fernebach“ hat sich über viele Jahre als eigenständiger Bildungsstandort etabliert und ist eng mit der Gemeinde Bruchstedt und der Region verbunden. Unser Anliegen ist es, dass die besonderen Stärken des Standortes, seine gewachsenen Strukturen und die Qualität der pädagogischen Arbeit auch innerhalb der neuen Organisationsform erhalten bleiben.
Die Gemeinde Bruchstedt und die Verwaltungsgemeinschaft Bad Tennstedt haben den gesamten Prozess konstruktiv begleitet. Wir haben Gespräche mit allen Beteiligten gesucht, organisiert und moderiert sowie eigene Möglichkeiten geprüft, um zu einer tragfähigen Lösung beizutragen. Unser Ziel war und bleibt es, die bestmöglichen Bedingungen für die Schülerinnen und Schüler sowie die Beschäftigten des Förderzentrums zu schaffen.
Auch künftig werden wir den weiteren Übergang aktiv begleiten und den Austausch mit allen Verantwortlichen fortsetzen. Unser gemeinsames Anliegen ist es, dass das Förderzentrum „Am Fernebach“ Bruchstedt auch unter den neuen Rahmenbedingungen dauerhaft ein verlässlicher Ort der Bildung und Förderung bleibt und die Schülerinnen und Schüler die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.
Bruchstedt/Bad Tennstedt, den 17.07.2026
Dominik Gary
Bürgermeister der Gemeinde Bruchstedt
Thomas Frey
Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Bad Tennstedt